H-Boot Klassenvereinigung : Segelmotiv.

Intenationale Holländische Meisterschaft

Hans Peulen segelt seine Wettbewerber schwindelig

Zur Internationalen Holländischen Meisterschaft hatte vom 6. bis zum 8. Oktober die Roermondse Roei- en Zeilvereniging "Maas en Roer" (M&R) nach Roermond geladen. 15 Crews haben den Weg an die Maas gefunden, davon neun aus Deutschland. Bei regnerischem Wind konnte mit 1 bis 6 Windstärken gut regattiert werden. Für jeden war etwas dabei – für den Schwachwind-Taktiker ebenso wie für den Starkwind-Spezialisten.

Am ersten Tag wurden bei vier bis fünf Beaufort  drei Wettfahrten gesegelt. Mit drei Siegen machte Hans Peulen (M&R) deutlich, wer bei den H-Booten auf der Maas seglerisch das Sagen hat.  Die zweiten Plätze gingen zweimal an Rainer Ochs von Aachner Boots-Club Rusee (ABC) und an Sven Holzer vom Segler-Verein-Staad (SVS), der aus Konstanz den Weg in die Niederlande gefunden hatte. Der Dritte Platz ging zweimal an Stephan Dauber (ABC) und einmal an Sven Holzer (SVS). Hinter dem unangefochtenen Tagessieger Hans Peulen (M&R), lagen Sven Holzer (SVS) in der Tageswertung auf dem zweiten und Stephan Dauber (ABC) auf dem dritten Platz. Die Verfolger waren jedoch nicht weit. Der Abstand zu den Plätzen vier und fünf betrug nur jeweils einen Punkt. Erst danach wuchs der Punkteabstand auf neun und mehr Punkte. Der Kampf um die Plätze blieb also spannend. Den Tag beschloss die traditionelle Ausfahrt mit einem Fahrgastschiff bei allerbester Verpflegung.

Am zweiten Tag lebte der Wind weiter auf. Fünf bis sechs Windstärken bliesen auf der Regattabahn. Hans Peulen (M&R) beeindruckte das nicht. Die vier Wettfahrten des Tages entschied er für sich. Der Kampf um die weiteren Plätze gestaltete sich durchaus spannend. Knut Viehweger vom Yachtclub Lörick (YCL) schaltete sich in das Geschehen ein und segelte sich im Laufe des Tages mit zwei zweiten Plätzen, einem dritten Platz und einem fünften Platz auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Punktgleich auf dem insgesamt dritten Platz folgte Stephan Dauber (ABC) mit drei dritten und einem fünften Platz. Sven Holzer (SVS) und Gerhard Miethe vom Segelsportclub – Rursee (SSCR) konnten den Anschluss an die Spitzengruppe halten. Überschattet wurde die Regatta von dem Unfall eines Vorschoters, der die Versorgung einer Kopfwunde im Krankenhaus mit ein paar Stichen notwendig machte. Der Tag klang mit einem hochgelobten, stimmungsvollen Regattaessen im Clubhaus aus. Die im Vorjahr von daran schaukelnden Seglern  zum Absturz gebrachte Dreh-Lampe an der Decke des Vereinslokales war neu installiert worden. Den schaukelnden H-Boot-Seglern hielt sie jedoch erneut nicht stand. Hans Peulen wurde  shanghait in seiner Werft eine Aufhängung zu konstruieren, welche die Funktion der Lampe garantiert aber auch den überschüssigen Kräften unterforderter H-Boot-Segler standhält. Die Teilnehmer an der Meisterschaft hoffen, dass sich der Lokalmatador der konstruktiven Herausforderung stellt.

Für den dritten Tag hatte der Wind abgeflaut. Er wehte mit ein bis drei Beaufort. In den noch fehlenden beiden Wettfahrten sicherte Hans Peulen (M&R) mit einem vierten und einem ersten Platz seinen schon vorgezeichneten Gesamtsieg ab. Gerhard Miethe (SSCR) brachte es nach der Regatta auf den Punkt: „Hans Peulen ist uns anderen um die Ohren gefahren. Es ist halt sein Revier.“ Hinter Peulen wurde es spannend. Sven Holzer (SVS), Gerhard Miethe (SSCR) und Stephan Dauber (ABC) lagen nach Abschluss der Wettfahrten punktgleich auf dem zweiten Platz. Sie hatten auch die zweiten und dritten Plätze in den Einzelwertungen des Tages unter sich verteilt. Die Entscheidung musste der Streicher bringen.

Nach Streichung des schlechtesten Einzelergebnisses ergab sich folgende Gesamtwertung: souveräner Sieger und Internationaler Holländischer Meister wurde mit sieben ersten Plätzen Hans Peulen vom gastgebenden M&R. Auf den zweiten Platz segelte Sven Holzer (SVS) mit seiner Crew. Auf dem dritten Platz komplettierte Gerhard Miethe (SSCR) das Treppchen. Punktgleich folgte auf dem vierten Platz Stephan Dauber (ABC), der jedoch auf Grund der schlechteren Platzierung im letzten Lauf das Nachsehen hatte.

Die Teilnehmer haben eine spannende Regatta mit harten Kämpfen auf der Regattabahn und guter Organisation bei einer sehr gastfreundlichen Roermondse Roei- en Zeilvereniging "Maas en Roer" genossen. Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer diese Meisterschaft auch für 2018 einplanen. Vielleicht finden dann ja noch weitere H-Boote den Weg nach Roermond. Es lohnt sich!

Der Autor dankt Gerhard Miethe für die Informationen zu diesem Artikel.

Markus Spiecker

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