Westdeutsche Meisterschaft – ein gelungener Saisonauftakt!
von Fritjoff Gehrke
Insgesamt gingen 18 Teams an den Start, darunter waren jeweils ein Team aus den Niederlanden, Dänemark, Berlin, Bayern und vom Bodensee. Die übrigen Crews kamen aus dem Westen sowie vom heimischen Edersee. Diese bunte Mischung versprach Spannung in den Wettfahrten.
Bereits am Freitag reiste ein Großteil der Teams an. Am Vereinsheim wurde sich versammelt, es gab hessische Spezialitäten, Salate und Grillgut. Alle wurden satt und auch für die spät Angereisten gab es noch etwas vom Grill. Bis tief in die Nacht wurde am Lagerfeuer gefachsimpelt, die Taktik für den kommenden Tag besprochen und sich Geschichten erzählt.
Am Samstag wurden die letzten Boote eingekrant. Bei der Steuermannsbesprechung wurde traditionell eine Flasche Portwein verteilt, und Jan Dogterom lud zur Holländischen Meisterschaft ein und lockte mit holländischen Waffeln.
Gut gestärkt sollte es aufs Wasser gehen, doch der Wind ließ zunächst auf sich warten. Bei 1–2 Beaufort zeigte sich der Nordwestwind sehr löchrig und drehend, sodass die erste Wettfahrt zwar gestartet, jedoch aufgrund der instabilen Bedingungen abgekürzt werden musste. Anschließend setzte sich der Wind leider nicht mehr stabil durch, es ging zurück an den Steg zum mehr oder weniger wohlverdienten Stegbier.
Am Abend ging es per Bootsfähre von Rehbach nach Scheid. Auf der Halbinsel Scheid fand anschließend der Regattaabend im „Mun“ statt. Unter dem Motto „Zeitreise“ wartete dort eine besondere Überraschung auf die „Edersee-Oldies“.
Das „Mun“ servierte ein Drei-Gänge-Menü, und im Anschluss zog es viele noch weiter in den Segelclub Scheid, wo die Flotte zum Umtrunk eingeladen war. Erst spät in der Nacht brachte die letzte Fähre die Teilnehmer zurück.
Am Sonntag hieß es um 9 Uhr: Startbereitschaft. Der angekündigte Nordwestwind war zunächst nur als leichte Tendenz spürbar, baute sich im Laufe des Vormittags jedoch kontinuierlich auf. Die zweite und dritte Wettfahrt wurde noch bei 1–2 Beaufort gesegelt. Ab der vierten Wettfahrt setzte sich schließlich ein stabiler Wind mit 3–4 Beaufort durch, der bis zum Ende des Tages anhielt. Insgesamt konnten so sechs Wettfahrten bei zunehmend konstanten Bedingungen gesegelt werden.
Die Rennen waren geprägt von ständig wechselnden Platzierungen und intensiven Zweikämpfen. Unterschiedliche Teams konnten sich immer wieder an die Spitze setzen, sodass es bis zum Schluss spannend blieb. Die Wettfahrtsiege verteilten sich entsprechend breit: Am Samstag sicherte sich noch Stefan Barie den ersten Platz. Am Sonntag dominierte Gerd Miethe mit drei Wettfahrtsiegen, während Oliver Draude und Christoph Zander jeweils einen Laufsieg für sich verbuchen konnten.
Am Ende setzte sich der Seriensieger Gerd Miethe mit Frank Gundlach und Leonard Feske durch. Mit drei Wettfahrtsiegen und konstant starken Platzierungen gelang ihnen eine souveräne Gesamtleistung, die ihnen einen Vorsprung von 11 Punkten einbrachte. Den zweiten Platz belegten Oliver Draude mit Björn Geisler und Oliver Syring, gefolgt von Christoph Zander mit Isabel Barie und Flynn Barie. Besonders bemerkenswert war die Leistung von Flynn, der als jüngster Segler bei bis zu 3–4 Beaufort einen hervorragenden Job machte.
Herzlichen Glückwunsch an die Sieger und alle Platzierten!
Ein besonderer Dank gilt dem Edertaler Segelverein und der H-Boot-Flotte Edersee für die hervorragende Organisation sowie allen Helferinnen und Helfern, die an Land und auf dem Wasser für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Der Ederseepokal war ein gelungener Start in die Saison!
Mit sportlichen Grüßen vom Edersee
Philipp Behrendt