H-Boot-Weltmeisterschaft in Stenungsund – Deutsche Mannschaften überzeugen in Schweden
von Fritjoff Gehrke
Stenungsund, Schweden. Die H-Boot-Weltmeisterschaft 2026 im schwedischen Stenungsund bot den Teilnehmern eine anspruchsvolle Mischung aus wechselnden Windbedingungen, Starkwind und hochklassigem Segelsport. Die gesamte Veranstaltung war weitläufig angelegt: Registrierung, Campingplatz und die Liegeplätze der Boote befanden sich an unterschiedlichen Orten. Die Organisatoren rund um Christer Sørvik waren jedoch mit großem Einsatz dabei, allen Teilnehmern eine gelungene und gastfreundliche Weltmeisterschaft zu bieten.
Nach einer gelungenen Eröffnungszeremonie, bei der Alexa Hausotter die deutsche Fahne trug, ging es am nächsten Tag erstmals auf den Regattakurs. Bei mäßigem, löchrigem und stark drehendem Wind konnten drei Wettfahrten gesegelt werden. Aus deutscher Sicht zeigte Finn Kenter mit seiner Mannschaft dabei die stärkste Leistung. Ein Frühstart im zweiten Rennen verhinderte allerdings eine noch bessere Platzierung.
Am zweiten Wettfahrttag zeigte sich die schwedische Westküste von ihrer rauen Seite. Der Wind war so stark, dass die H-Boote teilweise nur mit Unterstützung von Motorbooten aus dem Hafen auslaufen konnten. Während der Wettfahrt zog schließlich eine Unwetterfront über das Regattafeld. Wettfahrtleiter Robert Olsson reagierte konsequent und brach die Wettfahrt ab. Mit der Flagge Alpha wurde der Regattatag vorzeitig beendet.
Der dritte Tag begann zunächst mit sehr wenig Wind. Nach einer Startverschiebung entschied sich die Wettfahrtleitung schließlich, die Boote auf den Kurs zu schicken. Anfangs kamen die H-Boote eher mit viel Mühe als mit Geschwindigkeit voran. Kurz darauf änderte sich die Situation jedoch grundlegend: Starker Westwind setzte ein und ermöglichte drei weitere Wettfahrten.
Besonders stark präsentierten sich dabei Holger Köhne, Jan Köhne und Sven Ulrich. Das deutsche Team kam mit den anspruchsvollen Starkwindbedingungen hervorragend zurecht und arbeitete sich bis auf den vierten Platz der Tageswertung vor. Finn Kenter musste dagegen bei zunehmendem Wind etwas abreißen lassen.
Damit war für den letzten Tag noch einmal für Spannung gesorgt. In drei weiteren Wettfahrten fiel schließlich die Entscheidung. Bei erneut auffrischendem Wind von teilweise knapp 25 Knoten setzte sich der Italiener Flavio Favini durch und sicherte sich den Weltmeistertitel. Platz zwei ging an den Dänen Claus Høj Jensen. Für eine herausragende Überraschung aus deutscher Sicht sorgten Holger Köhne, Jan Köhne und Sven Ulrich, die sich mit konstant starken Leistungen sensationell den dritten Platz der Weltmeisterschaft sicherten.
Auch die übrigen deutschen Teams konnten überzeugen. Von neun gestarteten deutschen Mannschaften schafften es gleich vier unter die besten zehn:
3. Platz: GER 1010 – Holger Köhne, Jan Köhne, Sven Ulrich
7. Platz: GER 1455 – Andi Lachenschmid, Alexa Hausotter, Moritz Elinger, Julius Neszvecsko
9. Platz: GER 1721 – Thomas Kausen, Jani Funk, Franzi Funk, Felix Brachtendorf
10. Platz: GER 1021 – Finn Kenter, Philipp Frieß, Merlin Gnutzmann, Gianni Hehli
Wettfahrtleiter Robert Olsson lobte nach der Meisterschaft insbesondere die Fairness und das hohe sportliche Niveau des Feldes. Bis auf zwei Wettfahrten konnte nahezu immer regulär mit der P-Flagge gestartet werden. Trotz der teilweise schwierigen Verhältnisse zeigte sich eine außergewöhnlich hohe Leistungsdichte: Zwischen dem ersten und dem letzten Boot im Ziel lagen im kompletten Feld häufig nur rund drei Minuten.
Die Siegerehrung bildete den gelungenen Abschluss einer anspruchsvollen und abwechslungsreichen Weltmeisterschaft. Die deutschen Teams konnten mit einem Weltmeisterschafts-Podium und vier Platzierungen unter den besten zehn eine überzeugende Bilanz ziehen.
Am Ende überwog bei allen Teilnehmern die Zufriedenheit: Die Boote wurden wieder verladen, die Segler traten die Heimreise an – mit vielen neuen Erfahrungen, spannenden Wettfahrten und einer erfolgreichen H-Boot-Weltmeisterschaft in Schweden im Gepäck.
Fotos: Anders Dahlberg
Bericht: FG