Thomas Munk Gedächtnisregatta

von Fritjoff Gehrke

Sommerliches Segeln und Feiern am Ammersee – Andi Lachenschmid verteidigt seinen Titel

Auch in diesem Jahr zeigte sich der Wettergott den H-Boot-Seglern wohlgesonnen und bescherte zur 43. Thomas-Munk-Regatta des Herrschinger Segelclubs (HSC) beste Bedingungen. Nach zunächst angekündigtem Leichtwind entwickelte sich ein gut segelbarer Nordwind. Insgesamt gingen 26 Meldungen für die traditionsreiche Regatta ein.

Bereits am Freitag sorgten Andi Lachenschmid und Alexa Hausotter mit einem Segeltraining inklusive Videoanalyse für acht H-Boote für eine gelungene Einstimmung. Das professionelle Coaching kam bei den Teilnehmern hervorragend an und sorgte für zusätzliche Motivation vor dem Regattastart.

Der HSC stellte mit 19 gemeldeten Booten erneut ein beeindruckendes Teilnehmerfeld. Mit insgesamt 20 H-Booten im Verein dürfte dieses Engagement deutschlandweit einzigartig sein. Dass mit Alfred Stegbauer im Alter von 83 Jahren auch der älteste Steuermann am Start war, zeigt eindrucksvoll, wie es dem HSC immer wieder gelingt, Segler aller Generationen für die Regatta zu begeistern.

Vor dem ersten Start wurde wie jedes Jahr eifrig über die Favoriten spekuliert. Würde Titelverteidiger Andi Lachenschmid erneut gewinnen? Oder könnten Peter Nürnberger vom Scharmützelsee, Knut Viehweger aus Düsseldorf oder Stefan Freitag mit seiner erfahrenen Crew den Sieg erringen? Auch die Gastgeber rechneten sich mit Sandra Boschert und Friedl Gehrke berechtigte Chancen aus. Nicht zuletzt galten mit Jörg Bleiholder (DSC) und Niki Franke (ASC) zwei weitere Ammersee-Segler als aussichtsreiche Kandidaten.

Bei der Steuerleutebesprechung standen zunächst die inzwischen traditionellen Ehrungen auf dem Programm. Klassenobmann und Sportwart Christoph Quinger zeichnete mehrere erfolgreiche Segler und externe Favoriten mit hochprozentigem Andechser Doppelbock aus – augenzwinkernd als zusätzliches Handicap für die bevorstehenden Wettfahrten.

Bis sich der angekündigte Nordwind einstellte, war etwas Geduld gefragt. Um 13 Uhr schickte Wettfahrtleiter Erik Vetter das Feld schließlich auf die erste Wettfahrt. Andi Lachenschmid übernahm sofort die Führung und ließ sich diese trotz zunehmend schwächer werdender Winde nicht mehr nehmen. Hinter ihm belegten Peter Nürnberger, Niki Franke und Hansi Haberstock die Plätze zwei bis vier.

Auch in der zweiten Wettfahrt erwischte Lachenschmid einen souveränen Steuerbordstart. An der Luvtonne ließ der Wind jedoch plötzlich nach, sodass sich das gesamte Feld am Lee-Gate wieder zusammenschob. Auf der entscheidenden Schlusskreuz erkannte Sandra Boschert die letzten Winddreher am besten und fing Lachenschmid noch kurz vor dem Ziel ab. Dahinter folgten Alex Bichler und Helmut Settele.

Nach längerer Wartezeit unter AP entschied sich Wettfahrtleiter Erik Vetter, noch eine dritte Wettfahrt zu starten, die vorsorglich nach der zweiten Kreuz verkürzt wurde. Erneut dominierte Andi Lachenschmid das Rennen und gewann mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg vor Stefan Freitag, Knut Viehweger und Hansi Haberstock.

Damit ergab sich nach drei Wettfahrten folgende Zwischenwertung:

Andi Lachenschmid – 4 Punkte
Sandra Boschert – 14 Punkte
Knut Viehweger – 15 Punkte
Hansi Haberstock – 15 Punkte
Stefan Freitag – 16 Punkte

Der Samstagabend präsentierte sich von seiner schönsten Seite: Bei sommerlichen Temperaturen, karibisch anmutendem Sonnenuntergang und einer Cocktailbar genossen die Teilnehmer den Abend im Biergarten und auf der Terrasse. Bis tief in die Nacht wurden bei Bier und Cocktails nicht nur Segelmanöver, sondern auch die großen Fragen der Welt diskutiert und Strategien für den Finaltag geschmiedet.

Am Sonntag setzte der vorhergesagte Nordostwind mit rund acht Knoten pünktlich ein. Während der Anfahrt zum Startgebiet ließ der Wind auf der linken Bahnseite deutlich nach, während rechts in der Herrschinger Bucht immer wieder kräftigere Böen einsetzten. Die Mehrheit des Feldes entschied sich dennoch für die linke Seite. Die Revierkennerin Sandra Boschert setzte dagegen konsequent auf die rechte Bahnseite – mit Erfolg. An der Luvtonne lag sie bereits mehr als 250 Meter vor dem Feld und verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel. Aufgrund des weiter abflauenden Windes verkürzte die Wettfahrtleitung nach einer Runde.

Sandra Boschert gewann die Wettfahrt vor Christoph Quinger. Helmut Settele komplettierte als weiteres HSC-Boot das Podium. Es folgten Niki Franke und Hansi Haberstock auf den Plätzen vier und fünf.

Vor der letzten Wettfahrt sorgten zunächst eine Startverschiebung, ein Startabbruch und ein allgemeiner Rückruf für Geduld bei den Teilnehmern. Nachdem sich erneut segelbarer Wind eingestellt hatte, war taktisches Geschick gefragt. In den löchrigen Windfeldern gelang es Knut Viehweger am besten, von Böe zu Böe zu segeln. Er gewann vor Stefan Freitag, Jörg Bleiholder und Peter Nürnberger.

Damit war das Wettfahrtprogramm abgeschlossen. Beim traditionellen Hafenrennen zog es viele Teilnehmer bei sommerlichen 30 Grad direkt ins Wasser.

Gesamtergebnis
Andi Lachenschmid (MYC) – Alexa Hausotter, Moritz Ellinger – 11 Punkte
Sandra Boschert (HSC) – Martin Boschert – 15 Punkte
Knut Viehweger (YCL) – Timo von Schorlemer, Sabine Viehweger – 16 Punkte
Stefan Freitag (WVF) – Bernd von Hoermann, Stefan Röttcher – 18 Punkte
Hansi Haberstock (CYC) – Felix Haberstock, Sepp Hammerlindl – 20 Punkte
Jörg Bleiholder (DSC) – Klaus Richter, Matrais Maskoet – 21 Punkte

Den Frauenpreis für das beste Boot mit mindestens zwei Frauen an Bord gewannen Clara Sabel und Luise Kadow vom HSC. Der vor 43 Jahren gestiftete Sonderpreis für den 15. Platz ging in diesem Jahr an Rainer Königsberger.

Alle Ergebnisse sind auf M2S veröffentlicht.

Nach einem rundum gelungenen Regattawochenende mit spannenden Wettfahrten, sommerlicher Atmosphäre und bester Stimmung traten alle Teilnehmer zufrieden die Heimreise an – verbunden mit dem Versprechen, im kommenden Jahr wieder an den Ammersee zurückzukehren.

Christoph Quinger

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